
28. Juli 2025
Neurodermitis, auch als atopische Dermatitis bekannt, ist eine der häufigsten chronischen Hauterkrankungen im Kindesalter. Sie stellt betroffene Familien vor große Herausforderungen – von der täglichen Hautpflege bis zum Umgang mit Juckreiz und akuten Schüben. In einer aktuellen Episode des Podcasts „Kinderarzt to go“ spricht Moderatorin Tanja mit Dr. Georg Handwerker, einem erfahrenen Kinder- und Jugendarzt, über Ursachen, Therapie und den Alltag mit Neurodermitis. In diesem Blogbeitrag fassen wir die wichtigsten Erkenntnisse und Expertentipps aus dem Gespräch zusammen – praxisnah, fundiert und speziell für Eltern mit einem hohen Interesse an Gesundheit und Kindermedizin.
Neurodermitis ist keine einfache Hauttrockenheit, sondern eine komplexe Erkrankung mit gestörter Hautbarriere.
Dr. Handwerker erklärt:
Gestörte Hautbarriere: Die Haut kann Feuchtigkeit nicht ausreichend speichern und ist durchlässiger für Reizstoffe und Allergene.
Überempfindlichkeit: Die Haut reagiert sensibel auf äußere Einflüsse wie Temperatur, Reibung oder bestimmte Stoffe.
Genetische Veranlagung: Häufig gibt es eine familiäre Häufung von Allergien, Asthma oder Heuschnupfen.
Wichtig für Eltern: Die Ursachen sind nicht selbstverschuldet. Ziel ist es, die Hautbarriere zu stärken und Reizfaktoren zu minimieren.
Die Basistherapie ist das Herzstück jeder Neurodermitis-Behandlung. Sie ist nicht nur der erste, sondern oft auch der wichtigste Schritt. Dr. Handwerker betont:
Feuchtigkeitscremes: Sie versorgen die Haut mit Wasser und schützen vor Austrocknung.
Individuelle Auswahl: Es gibt keine „Einheitscreme“. Die Wahl hängt vom Hautzustand ab:
Akute Entzündung: Wasserreiche, fettarme Cremes (z. B. Lotionen).
Trockene Haut: Fettreiche Cremes oder Salben.
Anwendung: Mindestens 3x täglich, bei Bedarf häufiger. Besonders nach dem Baden oder Duschen sofort eincremen, um die Feuchtigkeit einzuschließen.
Expertentipp: Testen Sie neue Produkte zunächst an einer kleinen Hautstelle. Bei Unsicherheiten hilft die Beratung durch Kinderarzt oder Apotheke.
Zusätzliche Pflegemaßnahmen: Mehr als nur Cremen
Neben der Basistherapie gibt es weitere wichtige Maßnahmen, die den Hautzustand verbessern und Schübe verhindern können.
Häufigkeit: 2–3 Mal pro Woche reicht aus.
Wassertemperatur: Maximal 35–36 Grad, um die Haut nicht zusätzlich zu reizen.
Badezusätze: Öle im Badewasser helfen, die Haut zu pflegen und Austrocknung zu verhindern.
Nach dem Bad: Haut sanft abtupfen (nicht rubbeln!) und sofort eincremen.
Praktischer Hinweis: Vermeiden Sie Schaumbäder und aggressive Seifen. Rückfettende Waschprodukte sind ideal.
Juckreiz lindern: Strategien gegen den Teufelskreis
Juckreiz ist das belastendste Symptom der Neurodermitis. Kratzen verschlimmert die Entzündung und kann zu Infektionen führen. Dr. Handwerker empfiehlt:
Klopfen oder sanftes Klatschen: Lindert den Juckreiz, ohne die Haut zu verletzen.
Kühlung: Feuchte Umschläge oder kühle Kompressen auf die betroffenen Stellen.
Ablenkung: Spielen, Vorlesen oder andere Aktivitäten helfen, den Fokus vom Juckreiz zu nehmen.
Abendliche Dusche: Besonders im Sommer hilft eine kühle Dusche, Schweiß zu entfernen, der den Juckreiz verstärken kann.
Tipp für Eltern: Halten Sie die Fingernägel Ihres Kindes kurz und sauber, um Verletzungen durch Kratzen zu vermeiden.
Kleidung und Umwelt: Schutz im Alltag
Die richtige Kleidung und ein angepasstes Umfeld sind entscheidend, um die Haut zu schonen und Schübe zu vermeiden.
Material: Weiche, atmungsaktive Baumwolle ist ideal. Synthetik und Wolle können die Haut reizen.
Passform: Locker sitzende Kleidung verhindert Reibung.
Waschmittel: Verwenden Sie milde, parfümfreie Produkte und verzichten Sie auf Weichspüler.
Empfindliche Haut: Kinder mit Neurodermitis reagieren stärker auf UV-Strahlung.
Sonnencreme: Spezielle Produkte für empfindliche Haut, möglichst ohne Duftstoffe. Lassen Sie sich in der Apotheke beraten.
Textiler Schutz: Leichte, langärmelige Kleidung und Kopfbedeckung bieten zusätzlichen Schutz.
Schatten bevorzugen: Direkte Sonne meiden, besonders in der Mittagszeit.
Akute Schübe: Wann Medikamente notwendig sind
Trotz aller Vorsichtsmaßnahmen kann es zu akuten Entzündungen kommen. Hier ist der gezielte Einsatz von Medikamenten wichtig.
Cortisoncremes: Bei akuten Schüben sehr wirksam und – bei richtiger Anwendung – sicher. Sie werden vom Arzt individuell dosiert und nur kurzfristig eingesetzt.
Calcineurininhibitoren: Alternative zu Cortison, besonders für empfindliche Hautareale (z. B. Gesicht).
Anwendung: Immer nach ärztlicher Anweisung. Nicht eigenmächtig absetzen oder länger als empfohlen verwenden.
Wichtiger Hinweis: Die Angst vor Nebenwirkungen ist verständlich, aber unbehandelte Entzündungen schaden der Haut mehr als eine fachgerecht eingesetzte Therapie.
Neurodermitis ist eine Herausforderung, aber mit dem richtigen Wissen und konsequenter Pflege können Eltern viel für das Wohlbefinden ihrer Kinder tun. Die wichtigsten Punkte aus dem Podcast zusammengefasst:
Individuelle, regelmäßige Hautpflege ist das A und O.
Sanfte Maßnahmen lindern Juckreiz und schützen die Haut.
Kleidung, Umwelt und Sonnenschutz anpassen.
Bei akuten Schüben nicht vor Medikamenten zurückschrecken – sie sind sicher, wenn sie richtig angewendet werden.
Geduld und Zuversicht: Viele Kinder „wachsen“ aus der Neurodermitis heraus.
Dr. Handwerker und Moderatorin Tanja geben Eltern Mut und konkrete Werkzeuge an die Hand, um den Alltag mit Neurodermitis zu meistern. Nutzen Sie die Tipps, tauschen Sie sich mit Ihrem Kinderarzt aus und bleiben Sie dran – für die Gesundheit und das Wohlbefinden Ihres Kindes.
Weitere Informationen und individuelle Beratung erhalten Sie bei Ihrem Kinderarzt oder in spezialisierten Apotheken. Bleiben Sie informiert und hören Sie gerne in die nächste Folge von „Kinderarzt to go“ rein!
Lesen Sie die Erfahrungsberichte von Eltern, die bereits in unserer Praxis waren. Ihr Vertrauen, Ihre Zufriedenheit und das Wohl Ihres Kindes stehen bei uns an erster Stelle.
Es bleibt mir nichts anderes übrig als auch 5 Sterne zu vergeben. :)
Unser Sohn wird demnächst 1 Jahr alt und jeder einzelne Termin bei Hr. Dr. Handwerker und bei Fr. Dr. Müller war bisher absolut perfekt. Kurze Wartezeiten, ein sehr freundliches Team, eine absolut entspannte Atmosphäre und vor ...
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Herr Dr Handwerker ist ein ganz besonderer Kinderarzt und Mensch. Bereits in meiner Schwangerschaft hat mich Herr Dr. Handwerker nach einer Kontaktanfrage aufgrund unserer schwierigen Vorgeschichte persönlich am Abend angerufen. Durch jedes Wort vor und nach der Geburt meines Sohnes hat er mir und ...
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Wir sind seit der Geburt unserer Tochter, die inzwischen 1,5 Jahre alt ist, bei Kinderarzt Dr. Handwerker in Behandlung und fühlen uns dort rundum bestens aufgehoben. Auch wenn man manchmal ein bisschen warten muss, nimmt sich Hr. Dr. Handwerker dann viel Zeit, ist sehr kompetent und hat ein super ...
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