
23. Oktober 2025
Im Podcast „Kinderarzt to go“ diskutieren Kinderarzt Georg und Steffi, die als Stimme der Eltern die häufigsten Fragen und Sorgen einbringt, das Thema Impfungen bei Säuglingen im ersten Lebensjahr. Die Episode räumt mit Mythen auf, erklärt die Empfehlungen der STIKO (Ständige Impfkommission) und gibt Eltern fundierte, praxisnahe Antworten. In diesem Blogbeitrag fassen wir die wichtigsten Erkenntnisse zusammen, gehen auf die häufigsten Einwände gegen Impfungen ein und geben Ihnen als Eltern konkrete, wissenschaftlich fundierte Empfehlungen an die Hand.
Viele Eltern fragen sich, warum Impfungen bereits ab sechs bis acht Wochen empfohlen werden. Die Sorge: „Ist mein Baby nicht noch zu klein und empfindlich?“ Die Antwort ist klar: Gerade in den ersten Lebensmonaten ist das Risiko für schwere, teils lebensbedrohliche Infektionen am höchsten.
Beispiel Rotavirus:
Gefahr: Führt bei Säuglingen zu starkem Brechdurchfall, der innerhalb weniger Stunden lebensbedrohlich werden kann.
Impfempfehlung: Start spätestens mit sechs bis zwölf Wochen, Abschluss bis etwa 16 bis 20 Wochen.
Wichtig: Das Risiko für Nebenwirkungen wie eine Darmeinstülpung ist bei jüngeren Babys geringer.
Fazit: Warten schützt nicht, sondern lässt die gefährlichste Zeit ungeimpft.
Expertentipp:
Verlassen Sie sich nicht auf Kontaktvermeidung. Rotaviren sind extrem widerstandsfähig und können auf Oberflächen wie Spielzeug, Wickelunterlagen oder Türklinken tagelang überleben. Schon ein kurzer Kontakt, etwa beim Arztbesuch oder Familienbesuch, reicht für eine Ansteckung.
Viele Eltern glauben, dass sie ihr Kind durch Isolation schützen können. Doch Dr. Handwerker betont: Rotaviren sind „Ninja-Keime“. Sie überleben auf Alltagsgegenständen und werden durch minimale Kontakte übertragen.
Fakten:
Praktischer Rat:
Auch wenn Ihr Kind keine Geschwister hat und nicht in die Kita geht, ist es nicht vor Infektionen geschützt. Die Impfung ist der einzige verlässliche Schutz.
Die Zahlen sind tatsächlich niedrig – aber die Folgen können dramatisch sein.
Pneumokokken:
Inzidenz: 5-8 invasive Fälle pro 100.000 Kinder unter fünf Jahren jährlich (Quelle: SurvStat, RKI, Stand 2025).
Schwere: Fast jedes zweite betroffene Kind benötigt eine intensivmedizinische Behandlung.
Folgen: Häufig bleibende Schäden wie Hörverlust oder neurologische Probleme.
Meningokokken (insbesondere Gruppe B):
Gefahr: Können eine gefürchtete Hirnhautentzündung auslösen, die sehr schnell lebensbedrohlich wird.
Seit 2024: Meningokokken-B-Impfung ist Standard für alle Säuglinge ab zwei Monaten.
Expertenfazit:
Lieber einmal zu viel geschützt als zu spät. Je früher geimpft wird, desto sicherer ist Ihr Kind.
Viele Eltern wünschen sich, pro Termin nur eine Spritze geben zu lassen, um das Kind zu schonen. Doch das Gegenteil ist der Fall: Kombinationsimpfstoffe sind der Goldstandard.
Vorteile von Kombiimpfungen:
Weniger Arztbesuche: Mehrere Impfungen in einer Spritze (z.B. Sechsfachimpfung: Tetanus, Diphtherie, Keuchhusten, Polio, Hib, Hepatitis B).
Weniger Schmerzen: Weniger Pikser bedeuten weniger Stress und Schmerz für das Kind.
Schnellerer Schutz: Das Kind ist schneller gegen mehrere Krankheiten geschützt.
Weniger Nebenwirkungen: Studien zeigen, dass Fieber nach Kombiimpfungen seltener auftritt.
Wichtiger Hinweis:
Einzelimpfungen sind möglich, bedeuten aber mehr Termine, mehr Planung und längere Zeiträume, in denen das Kind nur teilweise geschützt ist.
Die Sorge, Impfungen seien ein Geschäftsmodell der Pharmaindustrie, ist weit verbreitet. Das ist jedoch nicht wahr – noch nicht einmal plausibel:
Internationaler Vergleich:
Die Impfempfehlungen sind weltweit ähnlich, mit nur kleinen regionalen Unterschieden.
Wichtig: Es gibt eine Allgemeine Impfempfehlung, von der aber aus individuellen Gründen abgewichen werden kann. Sprechen Sie mit Ihrem Kinderarzt! Medizinische Gründe für Abweichungen haben z.B. Frühgeborene (sie benötigen mehr Schutz und bei manchen Impfungen ein anderes Impfschema). Ihr Arzt berät Sie gerne, damit Sie zu einer informierten Entscheidung kommen können!
Impfungen im ersten Lebensjahr sind ein zentraler Baustein für die Gesundheit Ihres Kindes. Sie schützen vor schweren, teils lebensbedrohlichen Krankheiten, die gerade in den ersten Lebensmonaten besonders gefährlich sind. Lassen Sie sich von Mythen und Unsicherheiten nicht verunsichern – sprechen Sie mit Ihrem Kinderarzt, stellen Sie Fragen und treffen Sie informierte Entscheidungen.
Abonnieren Sie den Podcast „Kinderarzt to go“, bewerten Sie ihn und senden Sie Ihre Fragen ein. Bleiben Sie informiert – für die Gesundheit Ihres Kindes!
Bleiben Sie gesund!
Ihr Team von „Kinderarzt to go“
Lesen Sie die Erfahrungsberichte von Eltern, die bereits in unserer Praxis waren. Ihr Vertrauen, Ihre Zufriedenheit und das Wohl Ihres Kindes stehen bei uns an erster Stelle.
Es bleibt mir nichts anderes übrig als auch 5 Sterne zu vergeben. :)
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Wir sind seit der Geburt unserer Tochter, die inzwischen 1,5 Jahre alt ist, bei Kinderarzt Dr. Handwerker in Behandlung und fühlen uns dort rundum bestens aufgehoben. Auch wenn man manchmal ein bisschen warten muss, nimmt sich Hr. Dr. Handwerker dann viel Zeit, ist sehr kompetent und hat ein super ...
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