
14. Dezember 2025
Basierend auf der Podcastfolge „Kinderarzt to go“ mit Dr. Georg Handwerker
Husten ist eines der häufigsten Symptome in der Kindermedizin und sorgt bei Eltern regelmäßig für Unsicherheit. In der aktuellen Folge des Podcasts „Kinderarzt to go“ erklärt Dr. Georg Handwerker, Kinderarzt aus Passau, warum Husten kein eigenständiges Krankheitsbild, sondern ein wichtiger Schutzreflex ist. Er hilft dem Körper, Schleim, Staub und Krankheitserreger aus den Atemwegen zu entfernen. Besonders in den Wintermonaten, wenn Virusinfekte Hochsaison haben, ist Husten bei Kindern allgegenwärtig.
Doch nicht jeder Husten ist gleich – Klang, Dauer und Begleitsymptome geben entscheidende Hinweise auf die Ursache und darauf, wann ärztliche Hilfe notwendig ist. Im Folgenden finden Sie eine detaillierte Übersicht der wichtigsten Hustenarten, praktische Tipps zur Behandlung und klare Empfehlungen, wann Sie mit Ihrem Kind zum Arzt gehen sollten.
Typische Merkmale:
Klingt feucht, schleimig oder röchelnd
Tritt häufig nachts auf, besonders zu Beginn und am Ende der Nacht
Hält oft 2–3 Wochen an, ohne dass eine ernsthafte Erkrankung vorliegt
Ursache:
Meist ausgelöst durch Virusinfekte der oberen Atemwege. Eine verstopfte Nase führt dazu, dass Schleim in den Rachen läuft und den Hustenreiz auslöst.
Wichtige Hinweise:
Das Kind sollte ansonsten fit sein, normal trinken und keine Atemnot haben.
Der Husten kann hartnäckig sein, ist aber in der Regel harmlos.
Empfohlene Maßnahmen:
Abschwellende Nasentropfen: Erleichtern das Atmen und verhindern, dass Schleim in den Rachen läuft.
Warme Tees mit Heilkräutern: Thymian und Spitzwegerich wirken schleimlösend und beruhigend.
Luftbefeuchtung und regelmäßiges Lüften: Trockene Heizungsluft verschlimmert den Hustenreiz.
Hausmittel: Wärme (z.B. Brustwickel), ausreichend Flüssigkeit, Geduld.
Hustensäfte: Laut Dr. Handwerker meist wirkungslos; pflanzliche Säfte können die Schleimhaut beruhigen, beeinflussen aber nicht die Dauer des Hustens.
Hustenstiller: Nur in Ausnahmefällen (z.B. bei starkem Einschlafproblem) und nach ärztlicher Rücksprache.
Experten-Tipp:
Geduld ist gefragt! Ein Erkältungshusten kann bis zu drei Wochen dauern, ohne dass eine ernsthafte Erkrankung vorliegt.
Typische Merkmale:
Klingt tief, bellend („wie ein Seehund“)
Plötzlicher Beginn, meist nachts
Pfeifendes Geräusch beim Einatmen (Stridor)
Häufig begleitet von Heiserkeit und Atemnot
Ursache:
Entzündung und Schwellung im Kehlkopfbereich (Laryngitis subglottica), meist durch Viren ausgelöst.
Sofortmaßnahmen für Eltern:
Kühle, feuchte Luft: Fenster öffnen, Kind an die frische Luft bringen – das wirkt abschwellend auf die Schleimhäute.
Ruhe bewahren: Panik überträgt sich auf das Kind und verschlechtert die Atmung.
Kind aufrecht hinsetzen: Erleichtert das Atmen.
Beruhigen: Körperkontakt, ruhige Stimme, ggf. Lieblingskuscheltier.
Medikamentöse Therapie:
Kortison-Zäpfchen oder -Saft: Wirkt abschwellend, setzt nach 20–40 Minuten ein. Nur einmalig und nach ärztlicher Anweisung.
Adrenalin-Inhalation: Bei schweren Anfällen, wirkt schneller, wird in der Klinik oder vom Notarzt verabreicht.
Wann ist es ein Notfall?
Anhaltende Atemnot trotz Sofortmaßnahmen
Sichtbare Einziehungen der Haut beim Atmen (z.B. zwischen den Rippen)
Nasenflügeln bewegen sich beim Atmen
Bläuliche Lippen oder Haut
Kind ist apathisch, kann nicht sprechen oder trinken
Handlungsempfehlung:
Bei diesen Warnzeichen sofort den Notarzt (112) rufen!
Typische Merkmale:
Klingt rasselnd, pfeifend oder keuchend
Hustenattacken beim Toben, Lachen oder nachts
Oft begleitet von schneller, angestrengter Atmung
Ursache:
Verengung der kleinen Atemwege (Bronchien), z.B. durch obstruktive Bronchitis oder Asthma bronchiale.
Erste Hilfe:
Aufrechte Sitzposition: Erleichtert das Atmen.
Ruhig bleiben und beruhigen: Stress verschlechtert die Atmung.
Bronchienerweiternde Medikamente: Salbutamol (nach ärztlicher Verordnung) kann die Atemwege schnell öffnen, kann aber den Herzschlag beschleunigen.
Entzündungshemmende Inhalationsmedikamente: Bei wiederkehrenden Beschwerden, insbesondere bei Asthma.
Wann zum Arzt?
Pfeifendes oder keuchendes Atmen
Schnelle, angestrengte Atmung
Blaufärbung im Gesicht
Erschöpfung, Trinkschwäche
Wiederkehrende Hustenattacken
Experten-Tipp:
Obstruktive Bronchitis und Asthma müssen ärztlich abgeklärt und behandelt werden – nicht abwarten!
Hustensäfte: Mythen und Fakten
Kein „bester“ Hustensaft: Studien zeigen, dass viele Hustensäfte nicht besser wirken als Placebo.
Pflanzliche Säfte oder Tees: Thymian- oder Spitzwegerichtee oder -sirup können die Schleimhaut beruhigen und schmecken angenehm.
Hustenstiller: Nur in Ausnahmefällen und nach ärztlicher Rücksprache.
Bewährte Hausmittel
Thymianhonig: Wirkt reizlindernd, aber erst ab dem ersten Geburtstag wegen Botulismusgefahr.
Zwiebelsirup oder Rettichsirup mit Honig: Lindern den Hustenreiz.
Wärme: Brustwickel oder warme Getränke.
Feuchte Luft: Inhalieren mit heißem Wasser (Vorsicht: Verbrühungsgefahr! Am besten im Waschbecken, nicht im Topf).
Sicherheits-Tipp:
Beim Inhalieren niemals einen Topf mit heißem Wasser auf den Tisch stellen – Verbrühungsgefahr! Besser: Waschbecken mit geschlossenem Stöpsel nutzen.
Dr. Handwerker fasst die wichtigsten Warnzeichen zusammen, bei denen Sie nicht zögern sollten, ärztliche Hilfe in Anspruch zu nehmen:
Die zentrale Botschaft von Dr. Handwerker:
Husten ist in den meisten Fällen ein harmloser Schutzreflex und dient der Reinigung der Atemwege. Der Klang des Hustens gibt wichtige Hinweise auf die Ursache. Hausmittel sind oft wirksamer als Hustensäfte. Ärztliche Hilfe sollte rechtzeitig gesucht werden, wenn Warnzeichen auftreten.
Teilen Sie Ihr Wissen:
Dr. Handwerker lädt alle Eltern ein, die Folge mit anderen zu teilen und auf Instagram die Hörbeispiele der verschiedenen Hustenarten anzuhören. Themenvorschläge für zukünftige Folgen sind herzlich willkommen.
Bleiben Sie gesund!
Instagram-Kanal von „Dr. Georg Handwerker“ mit Hörbeispielen der Hustenarten
Haben Sie Fragen oder Themenwünsche? Schreiben Sie Dr. Handwerker und helfen Sie mit, den Podcast noch hilfreicher für Eltern zu machen!
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Es bleibt mir nichts anderes übrig als auch 5 Sterne zu vergeben. :)
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